Darmst├Ądter Tage der Fotografie

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Vision - Aussicht aufs Leben

»Vision« steht oft leichtfertig da als Metapher für Fortschrittsdenken. Jeder Politiker, jedes Unternehmen definiert zur Selbstverortung eine Vision. Aber ist Vision tatsächlich nur das?

Visionis (lat.: das Sehen) schaut genau hin, beobachtet, analysiert und zieht Schlüsse. Das ist die rationale Seite der Vision, es geht aber auch um Träume, Wünsche und Werte. Jeder Mensch hat im Lauf seines Lebens Träume und Wünsche, auf deren Erfüllung er wartet. Würde man diese unermessliche Zahl mit allen Menschen, die auf der Welt leben, multiplizieren, hätte man eine unendliche Anzahl von großen und kleinen Visionen. Gerade die sind es, die uns alle miteinander verbinden - und manchmal finden sich Menschen zusammen, die die gleichen Visionen haben.

Diese »I have a dream« - Haltung einiger Menschen bringt die Gesellschaft voran, gibt eine Aussicht aufs Leben, die lebenswert ist. Von großen und kleinen Visionen, von Utopien, von gescheiterten Hoffnungen, aber auch gelungenen Entwicklungen soll in diesem Jahr bei den Darmstädter Tagen der Fotografie in Bildern und Worten berichtet werden.

Uns als Kuratorenteam interessiert dabei die Vielfalt des Lebens, die Emotionen, die Menschen bewegen: Freude,Trauer, Angst, Liebe, Glaube, Freundschaft, Heimat. In der heutigen Gesellschaft, in der oft vieles ziellos, desorientiert oder zweckoptimiert ist, ist es umso wichtiger, von den Visionen zu sprechen und sie zu suchen. Nicht nur im Großen, oft sind die kleinen Visionen die Schubkraft für Größeres.

Das Thema der fünften Darmstädter Tage der Fotografie ist auch ein persönliches. Vor mehr als fünf Jahren fand sich ein Team zusammen, das eine Idee hatte. Es gruppierte sich schnell ein fester Kern um die vier Initiatoren zusammen mit Ute Noll und Kris Scholz, der ein eigenständiges Festival gründete. Es sollte ein Dreiklang sein aus Sehen - Reden - Treffen. Ein Ort für Künstler, um ihre Arbeiten zu zeigen, sich mit dem Publikum auszutauschen und auch über die Fotografie hinaus thematisch verortet sein. In dieser Konzentration auf ein jährliches Kernthema und der zeitlichen Konzentration auf ein Wochenende haben die Darmstädter Tage der Fotografie eine Gestalt angenommen, die auch über die Region hinausstrahlt.

Nicht ganz ohne Stolz können wir sagen, dass sich in den nun fünf Jahren insgesamt ca. 250 Künstler hier zusammengefunden haben, die nicht nur aus Deutschland kamen, sondern auch aus dem Ausland angereist sind. Für die vielen Besucher bietet das Festival auch in diesem Jahr eine Auswahl an überraschenden und oft eigenwilligen Fotoserien, die das Thema in unterschiedlichen Ansätzen beleuchten. Auf dem gleichzeitig stattfindenden Symposium werden Fotokünstler, ein Kulturanthropologe, ein Designer, eine Kuratorin und ein Autor zum Thema sprechen.

Alexandra Lechner, Albrecht Haag, Gregor Schuster und Rüdiger Dunker, Initiatoren der Darmstädter Tage der Fotografie Merck-Preis der Darmstädter Tage der Fotografie 2009:

um 2. Mal wird 2009 der Merck-Preis der Darmstädter Tage der Fotografie verliehen. Seit letztem Jahr nominiert die Jury aus den ca. 35 Positionen des Rahmenprogrammes drei Arbeiten für den jährlich verliehenen Merck-Preis der Darmstädter Tage der Fotografie. Eine dieser Arbeiten erhält den mit 5.000 EUR dotierten Preis, den die Jury zum Auftakt des Festivals auswählt. Entscheidend ist neben Inhalt und Ästhetik der Arbeit auch ihre Präsentation an der Wand.

Mitglieder der Jury: die Initiatoren der Darmstädter Tage der Fotografie Albrecht Haag, Gregor Schuster, Alexandra Lechner, Rüdiger Dunker sowie Ute Noll (on-photography.com) und Prof. Kris Scholz (h_da Darmstadt).

Original link at:
www.dtdf.de

 


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